Einkaufsreise Iran, Sommer 2007
1. September 2015

Einkaufsreise Iran, Herbst 2004

Um vier Uhr nachts kamen wir also in Teheran an und staunten nicht schlecht wie viele Menschen um diese Zeit noch oder schon wieder auf den Beinen waren. Ein Jeep sollte uns 10 Nettöler zu „unserem Südperser“ Guesthouse bringen.
Das völlig neu errichtete Gasthaus liegt inmitten eines ebenfalls neu angelegten parkähnlichen Areals etwa eine Autostunde ausserhalb von Teheran. Das Haus enspricht durchaus einem guten 4-Sterne Hotel, wenn einmal alle Betten im Haus sind. Jetzt ist es im Umbau, einstweilen in diesem Bereich nur ein 0.5 Sterne Haus, mussten doch einige Reiseteilnehmer auf dem Boden schlafen. Dies hat aber den Betreffenden nicht die Laune verdorben, machte doch Walti Kaufmann um 7.45 Uhr schon wieder Tagwache.
Nach einem Herrlichen iranischen Früchstück, mit allem was dazugehört, machten wir uns an die Arbeit. Das Lager des ersten Lieferanten umfasst riesige Hallen, welche sich ebenfalls in einem Areal befinden. Wir wandten uns der Halle zu, wo die fertigen Teppiche gestapelt lagern. Am Anfang waren wir noch nicht so „käufig“, hatten wir doch irgendwie einen déjà-vu Eindruck. Schliesslich waren wir ja hier um das Besondere zu finden. Je länger wir uns jedoch Teppiche zeigen liessen, desto besser wurde der Eindruck, und um zehn Uhr wussten wir bereits, dass wir unsere Sortimente mit TopWare in allen Grössen ergänzen können. Alle sind ein wenig über den Budget Schatten gesprungen, jedenfalls verliessen wir unseren „Gastgeber“ erst um ca. 21.00 Uhr.
Nach einer Fahrt mit zwei kriminellen Teheraner Taxi Kamikaze erreichten wir unser Hotel in Teheran und sanken vollig übermüdet in die Laken. Sonntagmorgen 7.15 Uhr schon wieder Tagwache. Europäisch-Amerikanisches Frühstuck mit u.a. Kelloggs Flocken. Um 8.30 Uhr holte uns der zweite Lieferant vom Hotel ab. Wiederum eine Fahrt von ca. einer Stunde Richtung Karai.
Wir waren ja beim ersten Lieferanten am Vortag schon überrascht über dessen Grösse. Aber was wir jetzt zu Gesicht bekamen versetzte uns in helles Erstaunen. In einem noch grösseren Areal, mit wunderbarer Aussicht auf den neu angelegten Park, befindet sich eine riesige neue Lagerhalle. Zuerst machten wir in aller Ruhe eine hochintereannte „Werkbesichtigung“. Es handel sich hier wirklich um ein Orientteppich-Fertigungswerk mit europäischem Standard. Angefangen mit der Wäscherei mit eigener Wasserfassung, besichtigten wir die Spannerei, anschliessend das Konfektionieren von Längs- und Querkanten. Was wir gemerkt und gelernt haben: Diese Menschen glauben (wieder) an den Orientteppich und seine Vermarktung. Jornalisten, welche im Auftrag der Hilfswerke Berichte über die sogenannt schlechten Verhältnisse schreiben, müsste man diesne Betrieb zeigen.
Nachdem wir die immense Halle der verkaufsferigen konventionellen Orienttepiche betraten, wussten wir: „Aufgepasst, Portemonnaie festhalten, Budget“. Eine Riesenkollektion erlesenster Stücke wurde uns vom Patron persönlich präsentiert. Fazit: Es wurde auch hier recht zugeschlagen. Krönender Abschluss: Wir wurden vom Chef in seine Privatvilla, oberhalb der City, gegen das Elbruz-Gebirge gelegen, zum Essen geladen. Ein grosses Haus, welches keine Wünsche offen lässt. Zwei gebratene Weissfische aus dem Kaspischen Meer mit Beilagen, sowie angeregte Gespräche verkürtzen uns die Zeit. Um zwei Uhr früh brachte uns der Chauffeur, überigens ein Afhgane, welcher so hervorragend kocht, zum Flughafen. Dort ein Riesenchaos. Tausende Menschen tummeln sich in der Abflughalle. Alle wollten subito nach Mekka, weil ausgerechnet heute um Mitternacht die Hatsch begann. Und wir mittendrin. Nur dank unserem Chauffeur schafften wir es, den Check-in Schalter überhaupt zu erreichen. Aber das Chaos war noch nicht zu Ende. Der Flug war überbucht. Zum Glück waren wir für den Rückflug angemeldet. So kamen einige von uns sogar in den Genuss eines First-Class Fluges. Ueber Wien erreichten wir am Montagmorgen um da. 8.00 Uhr den Ausgangsflughafen Altenrhein.

Fazit: Die Reise hat den Schreibenden wieder Mut gemacht. Mut weiterhin ja zu sagen zum Orientteppich im Sortiment. Wenn man sieht was Z.B. ein grosses Möbelhaus ordert, steht die Frage im Raum, ob sich unsere Gruppenmitlglieder nicht auch ein kleines Stück desselben für sich abschneiden sollten, könnten oder müssten. Nach Meinung aller Beteiligten an der Iran-Reise wurde sehr gut und zu sehr vorteilhaften Preisen eingekauft. Dies ohne Zwischenhandel (typisch netto) mit sehr wenig Spesen, damit unsere Endkunden auch von unserem Erlebnis im Iran profitieren können.